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Aurich - Kreisbahn soll wieder ganz in Landkreis

Ein Bus der Auricher Kreisbahn am ZOB. Archivfoto: Banik

06.11.2019 Artikel in den ON von Aiko Recke
Quelle:
Ostfriesische Nachrichten

Kreisbahn soll wieder ganz in Landkreis-Hand
Anfang der 1990er-Jahre wurden rund ein Drittel der Auricher Kreisbahn an die Weser-Ems-Busverkehr verkauft. Seitdem hat sich im ÖPNV viel verändert. Deshalb plant der Landkreis nun den Rückkauf der Anteile.

Um künftig mehr Einfluss auf die Gestaltung des Busverkehrs zu haben, soll die Kreisbahn Aurich, die ein Dutzend Buslinien betreibt, wieder komplett ins Eigentum des Landkreises übergehen. Bisher gehört ein Drittel der Kreisbahn der Weser-Ems-Bus GmbH, die ihrerseits eine Tochter der Deutschen Bahn ist. Die Weser-Ems-Bus hält außerdem, was entscheidend ist, die Hälfte der Stimmrechte. Vor allem, um künftig eine Direktvergabe von Leistungen zu ermöglichen, will der Landkreis den Drittel-Anteil nun von der Weser-Ems-Bus zurückkaufen.

Nach entsprechenden Gesprächen und Verhandlungen sei die Weser-Ems-Bus bereit, ihre Anteile für 1,4 Millionen Euro zu veräußern, heißt es nach ON-Informationen in einer Beschlussvorlage, die eigentlich letzten Mittwoch im Kreistag beraten werden sollte.

Noch Beratungsbedarf: Thema vertagt
Das Thema wurde jedoch vertagt, weil die Fraktionen noch Beratungsbedarf sahen, wie die Kreisverwaltung auf ON-Anfrage mitteilte. Auch die Gruppe Freie Wähler/FDP hatte die Vertagung beantragt. Laut Landkreis ist Ende des Monats ein nicht-öffentlicher „Workshop rund um das Thema ÖPNV“ geplant.

Auch die Durchsetzung des jüngst beschlossenen Nahverkehrsplans soll nach einer Rekommunalisierung effektiver werden, heißt es in der Vorlage. Die Kreisverwaltung wollte sich auf ON-Anfrage nicht inhaltlich dazu äußern. Von der Bahn als Mutterkonzern der Weser-Ems-Bus war gestern keine Stellungnahme zu bekommen. Nach ON-Informationen gibt es die Idee der Rekommunalisierung der Kreisbahn bereits seit mehreren Jahren.

Möglicher Zusammenhang mit Tarifverhandlungen
Aktuell wurden die Pläne offenbar auch im Zusammenhang mit den Tarifverhandlungen bei der Verkehrsgesellschaft Wiesmoor (VGW), die eine Tochterfirma der Kreisbahn ist.

Wie berichtet fordert die Nahverkehrsgewerkschaft (NahVG), der fast alle VGW-Fahrer angehören, eine stufenweise Angleichung an den Tarifvertrag Nahverkehrsbetriebe Niedersachsen (TV-N). Derzeit bekommen die gut 40 VGW-Busfahrer laut Gewerkschaft nur 11,12 Euro pro Stunde. „Wir werden nicht weiter akzeptieren, dass die Kollegen so schlecht bezahlt werden. Wir sehen eine Riesen-Gerechtigkeitslücke“, hatte NahVG-Vorsitzender Axel Schad seinerzeit den ON gesagt. Die Gewerkschaft droht sogar mit Streik. Ende des Monats steht die nächste Verhandlungsrunde an. Das Problem: Steigen die Busfahrer-Löhne deutlich, könnte die VGW ins Minus rutschen. Ein Zuschuss aus dem Kreishaushalt wäre nach einer Rekommunalisierung einfacher, heißt es.

Sowohl die Gewerkschaft als auch eine Mehrheit im Kreistag begrüßen die Rekommunalisierung im Grundsatz. Auch die SPD hatte in einem Antrag gefordert, das „Eigenwirtschaftsmodell“ für den Busverkehr im Kreis zu beenden und diesen künftig direkt an die Kreisbahn zu vergeben. Das könne helfen, den Busverkehr insgesamt zu verbessern, so die SPD.

Aurich - Busfahrer im Landkreis drohen mit Streik

Ein Bus der Auricher Kreisbahn am ZOB. Archivfoto: Banik

18.10.2019 Artikel in den ON von Aiko Recke
Quelle:
Ostfriesische Nachrichten

Die Busfahrer der Verkehrsgesellschaft Wiesmoor, die für die Kreisbahn fahren, verdienen zu wenig, meint die Nahverkehrsgewerkschaft. In Tarifverhandlungen fordert sie mehr Geld – und hofft auf die Politik.

Im Tarifkonflikt um höhere Gehälter drohen die Busfahrer der Verkehrsgesellschaft Wiesmoor (VGW), einer Tochterfirma der Kreisbahn, mit Streik. „Wir fürchten, dass es in den nächsten Wochen zu massiven Maßnahmen kommen kann“, sagte der Vorsitzende der bundesweiten Nahverkehrsgewerkschaft (NahVG), Axel Schad, der ON.

Derzeit bekämen die 42 Busfahrer der VGW nur 11,22 € pro Stunde, so Schad. Die Gewerkschaft strebt eine stufenweise Angleichung an den Tarifvertrag der Nahverkehrsbetriebe Niedersachsen (TV_N) an. Dort liegen die Stundenlöhne laut Schad zwischen 14,38 € und 18,75 € in der höchsten Stufe. „Wir werden nicht weiter akzeptieren, dass die Kollegen so schlecht bezahlt werden. Wir sehen dort eine Riesen-Gerechtigkeitslücke“, sagte der Gewerkschafter der ON.

Gewerkschaft: „Arbeitgeber hat Gutscheine angeboten“
Das Angebot der VGW sehe lediglich eine stufenweise Erhöhung auf 11,57 € vor. In der ersten Verhandlungsrunde hätten die Arbeitgeber statt einer Lohnerhöhung Lebensmittel- oder Tankgutscheine angeboten. „Das war, gelinde gesagt, eine Farce“, so Schad. Gleichwohl wolle man die VGW nicht in die Insolvenz treiben. Denn der Betrieb muss „eigenwirtschaftlich“ arbeiten, also mit dem eigenen Budget auskommen. Deshalb würde die VGW wohl Hilfe benötigen. Sie ist eine Tochterfirma der Kreisbahn Aurich. Diese gehört zu zwei Dritteln dem Landkreis und zu einem Drittel der Bahn-Tochter Weser-Ems-Bus GmbH.

SPD hatte Erhöhung gefordert
Die SPD-Fraktion im Auricher Kreistag hatte vor einigen Wochen mehr Geld für die Busfahrer gefordert (die ON berichtete). Der entsprechende Antrag steht am Montag (15 Uhr, Kreishaus Aurich) auf der Tagesordnung des Kreisentwicklungsausschusses. Die Gewerkschaft erwartet ein klares Bekenntnis von den Kreispolitikern. „Das wird eine wichtige Weichenstellung. Die Politik muss neue Wege finden“, so Axel Schad, dessen Gewerkschaft nach eigenen Angaben 98% der VGW-Busfahrer und bundesweit mehr als 5000 Mitglieder vertritt. Schad weit darauf hin, dass deutschlandweit Zehntausende Busfahrer fehlen. Deshalb müsse man für attraktive Arbeitsbedingungen sorgen.

Eigentlich wolle die Gewerkschaft ja keinen Streik. Denn dieser findet letztlich immer auf dem Rücken der Bürger statt, die auf das Busfahren angewiesen sind. Streiks seien gerade in der Vorweihnachtszeit unangenehm für die Bürger, so der Bundesvorsitzende der NahVG im Gespräch mit den ON. Doch die Gewerkschaft fürchtet, dass auch die zweite Verhandlungsrunde mit der VGW keinen Durchbruch bringen könnte. Zu weit lägen die Forderungen bisher auseinander. Am Ende sieht die Gewerkschaft Streiks als letztes Mittel, um Druck zu machen.

Aufsichtsratsvorsitzender mahnt Wirtschaftlichkeit an
Kreisbahn-Geschäftsführer Karl-Heinz Buß wollte sich auf ON-Anfrage mit Verweis auf die laufenden Verhandlungen nicht weiter äußern. Aufsichtsratsvorsitzender Hilko Gerdes (CDU) wies auf ON-Anfrage darauf hin, dass die VGW wirtschaftlich bleiben müsse. Ansonsten seien Arbeitsplätze in Gefahr. Die Gehaltszahlen, die die Gewerkschaft ins Spiel bringe, seien nicht direkt vergleichbar, weil etwa auch Pausenzeiten eine Rolle spielten, so Gerdes. Außerdem sei die VGW vonseitens des Landkreises Aurich einfach mit viel Geld bezuschussen, sei nicht ohne weiteres möglich, so der erfahrene CDU-Politiker. Gerdes betonte zudem, dass der Kreistag letztlich nur eine Empfehlung an die Gesellschaftervertreter der Kreisbahn aussprechen könne, die Gehälter zu erhöhen. Am Ende entscheiden die Tarifparteien autonom, stellte der CDU-Politiker aus Südbrookmerland fest.

Priwall-Fähren: Viele Austritte bei Verdi

Nach dem erfolgreichen Abschluss und der kompetenten und engagierten Gewerkschaftsarbeit in der Ortsgruppe Lübeck setzt sich die Zuwanderung zur NahVG auch in anderen Bereichen des Konzerns fort.
Die Kolleginnen und Kollegen wissen, die qualifizierte Betreuung in einer Fachgewerkschaft zu schätzen.

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Download: Presseartikel - Lübecker Nachrichten vom 01.02.2017 [964 KB] [PDF]

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