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Kritik an langem Leerlauf

Pressemitteilung

Kritik an langem Leerlauf

Die Nahverkehrsgewerkschaft (NahVG) nimmt den offenen Brief der Mitarbeiter der Südwest Mobil in Mainz zum Anlass, Stellung zu beziehen
- Kollaps des ÖPNV in Rheinland-Pfalz droht


Wir als einzige Fachgewerkschaft für den ÖPNV stützen die Inhalte des offenen Briefs der Beschäftigten des DB-Regio-Unternehmens Südwest Mobil zu 100 Prozent.

Die tariflichen Regelungen in der „Tarifsammlung“ des VAV in Rheinland-Pfalz öffnet den Arbeitgebern Tür und Tor, sich nach Herzenslust auf dem Rücken der Mitarbeiter auszutoben.
So ist es kaum verwunderlich, dass die Relation zwischen der von den Mitarbeitern zur Verfügung gestellten Arbeitskraft von zwölf Stunden und mehr und der bezahlten Arbeitszeit von acht Stunden und weniger in ein derartiges Missverhältnis gerutscht sind.

Die Haus- und Hofgewerkschaften – im Falle der VAV-Tarifsammlung ver.di – machen sich bei der Mitgestaltung immer neuer, für die Arbeitgeber wirtschaftlicheren Tarifwerke zum willfährigen Erfüllungsgehilfen der örtlichen Kämmerer bzw. der wirtschaftlichen Interessen von Großkonzernen wie in diesem Fall der Deutschen Bahn.
Somit tragen diese konzernähnlich geführten Unternehmen mit gewerkschaftlichem Anstrich maßgeblich dazu bei, dass unsere Kolleginnen und Kolleginnen nichts weiter als Lustobjekte der Finanzverantwortlichen der Unternehmen sind!
ÖPNV-Beschäftigte werden als Betriebsmittel behandelt, als notwendiges Übel wie Reifen oder Kraftstoff etc. – von Wertschätzung keine Spur!

Kommunen und Aufgabenträger befinden sich in kritischen Haushaltssituationen und betreiben eine ethisch fragwürdige Haushaltssanierung auf dem Rücken ihrer bzw. der Beschäftigten ihrer Auftragnehmer.

Wir fordern, dass die tarifvertraglichen Grundlagen, die die Kommunen für ihre Betriebe im TV-N (Tarifvertrag für den Nahverkehr) festgelegt haben, für alle Beschäftigten gelten – ausnahmslos!

Der Schaffung von Mehrklassengesellschaften widersprechen wir vehement und stehen dem vor dem Hintergrund der verantwortungsvollen Tätigkeit und der geforderten Flexibilität jedes einzelnen Beschäftigten im ÖPNV entgegen.

Wir reden hier nicht über irgendeinen Beruf, sondern über einen Grundpfeiler der öffentlichen Daseinsvorsorge der Menschen und nicht unerheblichen Wirtschaftsfaktor für die Unternehmen in Rheinland-Pfalz. Unsere Kollegen sind es, die die Kinder in die Schule, die Menschen zur Arbeit, die Oma zum Arzt und die Konsumenten in die Einkaufszeilen bringen!

Die Erbringung einer solchen Leistung kostet nun einmal Geld. Vernünftige Einkommen und menschenwürdige Arbeitsbedingungen sind Grundfaktoren, um den zuverlässigen Fortbestand des ÖPNV-Netzes auch in Zukunft zu gewährleisten.

In der Mainzer Allgemeinen Zeitung kommentierte der Leiter des Fahrgastmarketings der ORN die Vorwürfe der Mitarbeiter seines Unternehmens fernab der Realität – eben nach Marketing-Gesichtspunkten.
Warum wohl wenden sich Mitarbeiter mit ihren Belangen an die Öffentlichkeit?
Weil sie es vor lauter Glück nicht mehr aushalten können?

In den Aussagen des Herrn Stein, aber auch im Verhalten der Geschäftsführungen, kann man deutlich die geringe Wertschätzung der eigenen Mitarbeiter erkennen. Letztlich wurde und wird nicht verstanden, was ihre Arbeitnehmer möchten.

Wir fordern die Verantwortlichen auf, sich ernsthaft mit den Klagen ihrer Beschäftigten auseinanderzusetzen. Horrende Krankenstände, insbesondere in den Unternehmen der DB, sind ein untrügliches Indiz für Arbeitsbedingungen, die sich negativ auf Motivation und Gesundheit auswirken. Man denke an die Auswirkungen verfehlter Personalpolitik bspw. im Stellwerk des Mainzer Hauptbahnhofs!

Werden die auch uns gegenüber formulierten Anliegen weiterhin nicht ernst genommen, befürchten wir letztendlich den Kollaps des ÖPNV in Rheinland-Pfalz.

Mehr zum Thema:

Download: Pressemitteilung [995 KB] [PDF]
Link: Bericht der Allgemeinen Zeitung Mainz

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